- Rehau - Histoire d'un jumelage -

 

 

 


 Rehau, die Industriestadt im Grünen, wo Kunst und Kunststoff zu Hause sind. 

 Bourgoin-Jallieu und Rehau sind bereits seit dem 14. Juli 1963 partnerschaftlich verbunden. Die Entstehung der Städtepartnerschaft geht jedoch viel weiter zurück     auf eine ganz besondere historische Begebenheit:

 Im Oktober 1813, auf dem Rückzug der napoleonischen Truppen vom Russlandfeldzug sowie nach der Völkerschlacht bei Leipzig, kamen verwundete französische Soldaten auch durch das Dorf Fassmannsreuth – heute ein Ortsteil von Rehau – wo einige Bauern die Franzosen versorgten. Einige der Soldaten erlagen ihren    schweren Verwundungen, man begrub sie im nahen Wald. Zwei dieser Gräber blieben bis zum heutigen Tag erhalten und werden noch immer gepflegt. 

 Auf diese ungewöhnlichen Gräber stieß 1958 zufällig ein Zeitungsjournalist aus Bourgoin-Jallieu. Zurück in seiner Heimat berichtete er über diese Entdeckung.       1963, zum 150-jährigen Bestehen dieser Gräber, gab es in beiden Städten Gedenkfeiern mit der Unterzeichnung einer Partnerschaftsurkunde. Diese   Städtepartnerschaft ist bis heute mit Leben erfüllt. Einen großen Beitrag dazu leistet die 1964 gegründete „Deutsch-Französische Gesellschaft Rehau“.

 Rehau, eine Kleinstadt mit etwa 10.000 Einwohnern, liegt am Rande des Fichtelgebirges in der nordöstlichsten Ecke Bayerns, nahe an Sachsen und an der Grenze     zur Tschechischen Republik, also mitten in Europa. Die bayerische Metropole München liegt knapp 300 km entfernt, die Hauptstadt Berlin 340 km, Prag 200 km         und nach Nürnberg sind es rund 160 km. Unter dem Namen Resawe wird der Ort 1234 erstmals erwähnt, 1427 zur Stadt und 1470 zu einer eigenen Pfarrei erhoben. Zwischen 1527 und 1541 erreicht die Reformation die Stadt. Der erste feldmäßige Kartoffelanbau in Deutschland ist ab 1647 im Rehauer Ortsteil Pilgramsreuth      belegt. 1763 und 1817 verwüsten verheerende Brände fast die gesamte Stadt. Der Wiederaufbau nach 1817 dauert bis1824 und gilt bis heute als Beispiel einer   klassizistischen Städteplanung. 1791 kommt die Stadt Rehau mit der Markgrafschaft Bayreuth zu Preußen und steht von 1806 bis 1810 unter französischer     Verwaltung, bis sie 1810 an das Königreich Bayern fällt. 

 Die industrielle Entwicklung der Stadt setzte Ende des 19. Jahrhunderts ein. Porzellan- und Holzwolle-Fabriken, steinverarbeitende Betriebe, Bleichereien und  Färbereien siedelten sich an. Gerbereien und Lederfabriken machten Rehau zur Lederstadt. Außer der Lederindustrie sind diese Wirtschaftszweige aus der        damaligen  Zeit verschwunden. Andere, zum Teil sehr bedeutende Industrien siedelten sich an. Diese Vielfalt der örtlichen Wirtschaft ist der besondere Stolz              der Stadt.  Gegenwärtig sind rund 650 Betriebe (Industrie, Handwerk, Einzelhandel, Großhandel, Gastwirtschaften und sonstige Unternehmen) ansässig.

 Führender Arbeitgeber ist das erst 1948 gegründete, Kunststoffe und Polymere verarbeitende Unternehmen REHAU AG. Weltweit in über 50 Ländern vertreten, beschäftigt das Unternehmen über 15.000 Mitarbeiter. In Frankreich ist REHAU mit drei Werken und mehreren Verkaufsbüros vertreten. Die 1909 gegründete          Firma LAMILUX stellt mit ihren über 400 Mitarbeitern Lichtkuppeln und faserverstärkte Kunststoffplatten her. Bei der Firma SÜDLEDER können täglich bis zu 3.500 Tierhäute zu Leder verarbeitet werden. Der Betrieb mit 250 Mitarbeitern ist führend in der Herstellung von Leder für die Möbel- und Autoindustrie. Die erst in den       70er Jahren gegründete Firma Kaufmann-Keramik mit 80 Beschäftigten ist einer der Marktführer bei der Produktion von Ofenkacheln. 

 Kunst und Kultur werden in Rehau groß geschrieben. Das Kunsthaus IKKP von Prof. Eugen Gomringer – dem „Vater der Konkreten Poesie“ – mit dem      angegliederten Skulpturengarten, die neu gestaltete Innenstadt, das Museumszentrum am Maxplatz, die Stadtpfarrkirche St. Jobst sowie die Dorfkirche von Pilgramsreuth mit ihrer barocken Innenausstattung sind sehenswert und lohnen einen Besuch. Über 130 Vereine und Gruppierungen sind in Rehau vertreten und    tragen zu einem regen Kultur- und Vereinsleben bei. Höhepunkte sind immer wieder das traditionsreiche Heimat- und Wiesenfest sowie das Stadtfest, die     abwechselnd stattfinden.


 Weiterführende Informationen über Rehau:
Info-Zentrum, Maxplatz 9-11, 95111 Rehau, ALLEMAGNE, oder: www.stadt-rehau.de

 

 Ansprechpartner der Deutsch-Französischen Gesellschaft Rehau:

Harald Ehm, Brahmsstrasse 7, 95111 Rehau, ALLEMAGNE